Schwibbogen / Lichterbogen Erzgebirge


Der Schwibbogen, auch Lichterbogen genannt, findet seine alte Tradition im Bergbau. 

 

In den früheren Jahren, wenn wieder ein gefahrvolles Bergjahr glücklich zu Ende gegangen war, wurde in der letzten Schicht der Bergleute am Weihnachtsabend die traditionelle bergmännische "Mettenschicht" abgehalten. 

 

In den dabei erleuchteten Hutstuben der Zechen feierte man mit Gesang, Musik und Schmauserei für die Grubenbelegschaft. Bergmeister, Häuer und Knappschaft hingen ihre Grubenlampen hufeisenförmig an die Wand, um somit das Mundloch des Stolleneingang symbolisch darzustellen. Dieser Brauch war der Beginn des Lichterbogens.

 

Die Lichtfreudigkeit war dem Erzgebirgler und besonders dem Bergmann schon immer gegeben. Hat doch der Bergmann früher bei seiner 10-12 Std. Schichtarbeit monatelang im Winterhalbjahr kein Tageslicht gesehen. Somit erfreute sich der bogenförmige Lichtträger immer größerer Beliebtheit und wurde nach und nach mit immer mehr Zierwerk beschmückt.

 

Der Bergmann schnitze aus Holz seine eigene Bogen und stellte heimatliche Gestalten darunter. Der Überlieferung nach, fertigte der Berg- und Hufschmied Johann Teller aus Johanngeorgenstadt 1726 den ersten schmiedeeisernen Schwibbogen an.

 

So formte er aus Metall einen haltbaren und festlichen Schwibbogen für den Eingang seines Schachtes.

 

Johanngeorgenstadt ist also die Geburtsstätte dieses bergmännischen Weihnachtsleuchters. 1937 fand man dort die heutige Bildgestaltung, worin sich Bergtradition, Heimatgedanke und erzgebirgische Volkskunst vereinen. Zwei Bergleute tragen das Wappen mit den Kurschwerten, darunter Schlägel und Eisen. Dem Bergbau zur Seite gestellt wurde die Klöpplerin und der Schnitzer. Die Weihnachtstradition wird durch die Leuchterspinne, den schwebenden Lichterengel und das Räuchermännel dargestellt.

 

Diese Motivgestaltung  hat sich bis heute durchgesetzt und wurde nur wie beim Lichterbogen Schneeberg oder Schwarzenberg leicht im Detail verändert.