Nach der Entdeckung der reichen Silbervorkommen um 1470 und dem großen "Berggeschrey" entwickelte sich der Bergbau in Schneeberg stürmisch. Jedoch waren schon 30 Jahre später der Ertrag stark rückläufig. Um an die reichen Erzgänge unterhalb der Oberfläche zu gelangen, musste der Aufwand erhöht werden. Das Betreiben der Gruben war teuer, deshalb beschlossen, 1496 die Bergbautreibenden, den Wochenlohn der Häuer von zehn Groschen um einen Groschen zu "brechen".


Das Leben der Bergleute war nicht einfach und ihre wirtschaftliche Lage keinesfalls rosig. Acht der zehn Groschen brauchten sie für Kost und Unterkunft. Gerade 2 Groschen blieben, um sich zu kleiden und die Kinder zu versorgen. Zugleich wurden trotz technischen Entwicklungen im Bergbau die Arbeitsbedingungen härter.


In dieser Situation war "das Brechen um einen Groschen" ein Einschnitt, der nicht hingenommen werden konnte. Die Schneeberger Knappen beschlossen, für diesen einen Groschen zu kämpfen. Dabei ließen sie sich auch nicht von Gaharnischten nicht erschrecken und konnten so ihre Forderung durchsetzten.


1498, nach einem erneuten Versuch der Gewerke den Wochenlohn zu kürzen, zogen die Bergleute mit der Knappschaftsfahne, dem Symbol des Bergreviers, aus der Stadt und besetzten den nahegelegenen Wolfsberg. Unter diesem Druck machten die Gewerke ihren Beschluß rückgängig und die Bergleute kehrten in ihre Stadt zurück. Als ehrfürchtige, religiöse Menschen führte sie ihr erster Weg zu einem Dankgottesdienst in ihre Kirche.


Von da an wurde dem "Schneeberger Streittag" zu besonderen Anlässen mit einem festlichen Berggottesdienst und Bergaufzug gedacht. Der Streittag wurde zum arbeitsfreien Tag und mit dem Edikt Kurfürst Johann Georgs II. 1665 auf den 22. Juli festgeschrieben, dem Namenstag Maria Magdalenas. 


Spätere Versuche z.B. im 18. Jahrhundert diesen Tag zu streichen, wurden nicht nur abgewehrt, sondern festigten dessen Ruf. Erst aufgrund der Industrialisierung und der Veränderung der sozialen und politischen Bedingungen im 20. Jahrhundert wurde dieses Tag als arbeitsfreier Tag abgeschafft.




Fotos und Text mit freundlicher Unterstützung der Stadtverwaltung Schneeberg. Weitere Informationen finden Sie hier.